„Wege ins Netz“: Mit Kompetenz gegen die demographische Ungleichheit im Netz

10. June 2009 | Von Achim Broß | Kategorie: News, Top-Thema

Die Metapher der „Datenautobahn“ ist allgegenwärtig. Sie steht seit den Anfängen des Internet für die Erleichterungen, die man sich von der Verbreitung und einfachen Nutzung des WWW verspricht. Doch gerade ältere Menschen tun sich bisweilen immer noch schwer im Umgang mit dem Netz. Auch das Klischee, der Computer- und IT-Bereich sei nur etwas für Männer, ist nicht totzukriegen. Und auch Kinder, so die häufig berechtige Forderung, sollen aktiv im Umgang mit dem Netz geschult werden, um den Gefahren mit einem gesunden Maß an Web-Kompetenz begegnen zu können.

Aus diesen Gründen richtet sich der alljährliche Internet-Wettbewerb „Wege ins Netz“, der vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie veranstaltet wird, dieses Jahr speziell an Frauen, Seniorinnen und Senioren sowie Kinder und Jugendliche. Gesucht  werden Projekte und Initiativen, die diese Menschen auf ihrem Weg in die  digitale Welt begleiten und deren Kompetenzen im Umgang mit dem Medium  vorbildlich fördern. Bis zum 17. Juli 2009 können sich Initiatorinnen und  Initiatoren solcher Projekte in den drei Kategorien »Frauen«, »Seniorinnen  und Senioren« sowie »Kinder und Jugendliche« bewerben.

Ein Sonderpreis wird vergeben für ein vorbildliches Projekt , das in der Nutzung mobiler Anwendungen qualifiziert. Damit greift der Wettbewerb den Trend zum mobilen Internet und die zunehmende Nutzung von Handys und Smartphones auf.

Der Wettbewerb will die gleichwertige Teilhabe aller gesellschaftlichen  Gruppen am Internet fördern. Er zielt deshalb insbesondere auf die Gruppen  ab, die bisher im Internet noch unterrepräsentiert sind. Zwar nutzen nach  den Ergebnissen des (N)ONLINER Atlas 2008, einer Studie der Initiative  D21, rund zwei Drittel der Bevölkerung über 14 Jahren das  Internet. Während aber bei den Männern der Anteil der Onliner circa 72  Prozent beträgt, sind es bei den Frauen nur rund 58 Prozent. Die  Frauen-Männer-Schere hat damit sogar zugenommen. Auch die “Generation  50-Plus” hat zum großen Teil das Internet noch nicht für sich entdeckt. Lediglich rund 40 Prozent dieser Altersgruppe nutzen bisher das Internet.

Anders sieht es bei den Kindern und Jugendlichen aus. Bei ihnen ist das Internet enorm beliebt: Über 91  Prozent der Gruppe von 14 bis 29 Jahren surft im Netz. Allerdings  müssen Kinder und Jugendliche erst lernen, mit den Chancen und Risiken des  Internets kompetent umzugehen. Wichtig ist deshalb  eine pädagogische Begleitung im Netz.

Die besten Projekte werden von einer unabhängigen Fachjury ermittelt. Dazu gehören alle Partner und Sponsoren  des Wettbewerbs: Arbeitskreis Neue Erziehung, Bundesarbeitsgemeinschaft der  Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW), Bundesarbeitsgemeinschaft der  Senioren-Organisationen (BAGSO), Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW),  Deutsche Volkshochschul-Verband, Initiative D21 und Stiftung Digitale  Chancen sowie der Medienpartner Deutschlandfunk und der Sponsor Deutsche  Telekom. Weitere Informationen zur Bewerbung gibt es unter www.wegeinsnetz2009.de (Link).

(Quelle: BMWT)

Schreibe einen Kommentar

Du musst eingeloggt sein um einen Kommentar zu schreiben