Das Blog – ein sinnvolles Marketinginstrument für Trainer?
19. June 2008 | Von nasenfaktor | Kategorie: Top-Thema
verfasst von Heide Liebmann, Fachbuchautorin und Online-Trainerin
Die rasante Weiterentwicklung des Internets macht möglich, was noch vor kurzem nur Insider mit Programmier-Know-how beherrschten: Jeder kann heutzutage innerhalb von Minuten eine Präsenz im Netz eröffnen, kostenlos zumeist, und die Welt an seinen Gedanken teilhaben lassen. Ganz ohne den Hauch einer Ahnung vom technischen Drumherum. Bloggen ist heute fast so einfach wie telefonieren.
Bloggen mit Ansage
An der technologischen Hürde kann es also nicht scheitern. Dennoch nutzt nach wie vor nur ein sehr kleiner Prozentsatz von Trainern und Beratern ein eigenes Blog, um die jeweilige Dienstleistung aktiv zu promoten. Das ist schade, denn Blogs können gerade für die Einzelkämpfer unter uns ein probates Mittel des Selbstmarketings sein. Allerdings gilt es einiges zu beachten, damit das Blog auch langfristig funktioniert:
Ihr Blog sollte eine klare Ausrichtung haben. Sind Sie Vertriebstrainer? Dann schreiben Sie über Verkaufen, Kommunikation und alles, was damit zu tun hat.
Ihr Schwerpunkt ist Konfliktmanagement? Dann sollten auch Ihre Artikel rund um dieses Thema kreisen und so Ihre Kompetenz zeigen.
Information plus Persönlichkeit: die Mischung macht’s
Aber Vorsicht: Wer sich rein auf Fachartikel verlässt, hat beim Bloggen schon verloren. Der Charme von Blogs liegt gerade darin, dass Sie sich auch als Persönlichkeit mit eigener Meinung zu erkennen geben. Das ist der entscheidende Unterschied zu klassischen PR-Artikeln. In Ihren Beiträgen sollte Ihre Leidenschaft für das Thema spürbar werden, aber auch Ihre Skepsis gegenüber bestimmten Trends in Ihrem Gebiet etc. Erlauben Sie Ihren Lesern Einblicke in Ihr Hirn und wohl dosiert auch in Ihr Herz.
Zentral: der Kundennutzen
Und vor allem bieten Sie Ihren Lesern echten Nutzwert: Wo findet sich gute Literatur zu Ihrem Schwerpunkt? Wer hat das Thema einmal aus einem ganz anderen Blickwinkel beleuchtet? Was sind die aktuellen Trends und wie können Ihre Leser diese Information nutzen? Stellen Sie Checklisten zur Verfügung, posten Sie nützliche Links, geben Sie Tipps und praktische Hinweise für den Alltag Ihrer Kunden – Sie danken es Ihnen.
Blogartikel sind im besten Fall keine reinen Informationsangebote, sondern sie fordern zum Dialog auf. Blogs sind dazu da, um mit Ihren Kunden in echten Kontakt zu gehen. Und das bedeutet, Sie sollten die Kommentarfunktion gezielt nutzen und Ihre Leser regelmäßig dazu auffordern, sich mit Ihnen und Ihrer Meinung auseinander zu setzen. Dass Sie dann auch sehr (!) zeitnah auf Kommentare reagieren, ist selbstverständlich.
Bloggen ist kein Sprint, sondern ein Marathon
Bloggen ist eine Investition in Ihre Zukunft, denn es zahlt sich in den wenigsten Fällen direkt – nämlich in Aufträgen – aus. Wer damit rechnet, wird enttäuscht werden. Wenn Sie bloggen, schaffen Sie langfristig eine Vertrauensbasis. Denn Sie ermöglichen es Ihren Lesern, sich ein Bild von Ihnen und Ihrem Angebot zu machen, das authentischer ist als eine statische Homepage. Ein Blog lebt, es ist dynamisch und spiegelt im besten Fall Ihre persönliche und berufliche Entwicklung wider. Kunden mögen es, wenn es “menschelt”.
Gut fürs Profil, gut für Ihren Ruf
Mit dem Bloggen bestimmen Sie in weit größerem Ausmaß als durch andere Marketingmaßnahmen, wie Sie von Ihren potenziellen Kunden wahrgenommen werden möchten: Reputation management at its best! Und ganz nebenbei tun Sie durch Bloggen viel für Ihre Auffindbarkeit im Internet, da jeder Blogartikel eine eigene URL erhält. Die Suchmaschinen lieben das.
Ihre persönliche Blogstrategie
Sicher: Bloggen ist eine Zeitinvestition, und bevor Sie beginnen, sollten Sie überlegen, wie viel Zeit Sie realistischerweise zur Verfügung haben. Denn zu einem funktionierenden Blog gehört heute mehr als ein Artikel pro Woche.
Es braucht ein Konzept, Ideen für Artikel, die auch noch geschrieben und vielleicht illustriert werden wollen. Sie müssen Aktionen planen, um Ihr Blog bekannter zu machen, sich bei anderen Blogs auf dem Laufenden halten, dort kommentieren und sich verlinken. Sie müssen Ihre Blogstatistiken im Auge behalten, um nach und nach zu erkennen, welche Themen Ihre Leser besonders ansprechen und gezielt darauf reagieren.
Lohnt sich Bloggen für Sie?
Da der Wettbewerb nicht schläft, braucht es heute mehr als noch vor drei Jahren, um ein erfolgreiches Blog ins Leben zu rufen. Wenn Sie sich also fragen, ob ein Blog sich für Sie lohnen könnte, sollten Sie folgende Aussagen mit einem deutlichen „Ja!“ beantworten:
- Sie kennen Ihren USP und noch besser Ihren „Nasenfaktor“.
- Sie schreiben gern.
- Sie haben Lust auf den direkten Dialog mit Ihren Lesern und Kunden.
- Sie sind bereit und in der Lage, ca. 3-5 Stunden pro Woche mit Tätigkeiten rund ums Bloggen zu verbringen.
- Sie verlassen sich nicht allein aufs Bloggen, um neue Kunden zu gewinnen.
Um abschließend die in der Headline gestellte Frage zu beantworten: Ja, Bloggen ist definitiv ein sinnvolles Marketingsinstrument für Trainer – wenn Sie ein paar Grundregeln beachten. Ob und unter welchen Umständen das Bloggen in Ihren persönlichen Marketing-Mix passt, können Sie selbst am besten beurteilen.
Mein Tipp: ausprobieren! Es hat schon mehr als einer Feuer gefangen … Gutes Gelingen und viel Spaß!
Und zum Schluss noch jede Menge nützlicher Links für Blog-Einsteiger.
endlich PR fürs Bloggen
[...] wagen. Dabei sind Blogs ein wirksames Mittel des Selbstmarketings, wie sich u.a. hier und hier nachlesen [...]