Gender Mainstreaming

1. April 2006 | Von Miriam Godau | Kategorie: Berufsbildung, Training, Weiterbildung, e-Learninig

Stefan WalderIn Deutschland sind die Frauen denen in Italien ein paar Schritte voraus.

Das sagt zumindest Stefan Walder (Bild) im Interview mit Miriam Godau. Sein Thema ist eine besondere Herausforderung. Er setzt sich ein für die Gleichstellung der Frauen in u.a. landwirtschaftlichen Betrieben in Südtirol. Gender Mainstreaming ist ein Thema, das nur Top Down in den Unternehmen implementiert werden kann. Die Unternehmen müssen lernen, dass es sie weiter bringt, wenn Männer mehr Zeit für die Familien haben und Frauen mit Familien gleichberechtigten Zugang zur Arbeit haben. Stefan Walder ist Direktor der Abteilung für die land-, forst- und hauswirtschaftliche Berufsbildung der Südtiroler Landesverwaltung.

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Das Thema Gender Mainstreaming hat die Land-, forst- und hauswirtschaftliche Berufsbildung als ein eLearning “kick-off” Modul bzw. Einstieg in das Thema aufbearbeitet mit dem Ziel ein breites Target zu sensiblisieren.

Die Idee wurde in einem Lehrgang mit der hervorragenden Referentin, Dr. Zita Küng entwickelt. Dank der Finanzierung eines ESFProjektes konnte die Umsetzung der Idee mit Hilfe von Fachexperten im Bereich eLearning, Bildung und Kommunikation entwickelt, technisch und didaktisch aufbearbeitet werden. Nachdem die Berufsbildung, im speziellen die Berufsbildung für Land, forst und Hauswirtschaft sowie die Bergbauernberatung noch eher geschlechterspezifisch ausgerichtet sind, hier Männer orientiert, dort Frauen orientiert, ist Gender Mainstreaming auch ein Bildungsauftrag, innovativ und zukunftsfähig.

Das Gender Mainstreaming eLearning Modul wird auf der Plattform des Cluster „Copernicus – neues Lernen“ (www.copernicus.bz.it – Preisträger des eLearning Award 2005) der Abteilungen Zentrale Dienste (Oranisationsamt), Personal (-Entwicklung), Informatik, deutsch-ladinische, italienische und land-, forst- und hauswirtschaftliche Berufsbildung sowie europäischer Sozialfond der Südtiroler Landesverwaltung aufrufbar sein. Im Rahmen des mit Mitteln des Europäischen Sozialfond finanzierten eLearning Projektes „Technology enhanced learning“ der Land-, forst- und hauswirtschaftlichen Berufsbildung wurde der Auftrag zur Erarbeitung des Kick-off-Gender Moduls für die Berücksichtigung der Chancengleichheit von Frauen und Männern in der Bildungspolitik auf eLearning Basis an die 2 Expertinnen Frau Elisabeth Trompedeller des Südtiroler eLearning Konsortiums edutrends (www.edutrends.it) und Dr. Edith Pedevilla des Bildungsservices KAOS (www.kaos4all.com) erteilt. Edutrends übernahm die Konzeption und Produktion; der Bildungsservice KAOS lieferte die Texte und war mit der inhaltlichen Supervision betraut. Am Anfang stand die Idee knapp 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der land-, forst- und hauswirtschaftliche Berufsbildung (Führungskräfte, Lehrkräfte, ErzieherInnen, BeraterInnen, Verwaltungs- und Dienstpersonal) zum Thema Gender Mainstreaming zu informieren. Daraus geworden ist ein Gender-eLearning Kurzkurs,der für die Gender Mainstreaming – Erstinformation für alle BürgerInnen und überall einsetzbar ist. Das Gender Mainstremaing Thema wurde als Marionettentheater mit dem Titel kick.off.gender aufbearbeitet. Stereotyp, plakativ, überspitzt und doch sehr lebensnah, wie das Theater und das Leben sind.

Im Folgenden ein kurzer Auszug aus dem kick.off.Gender eLearning Modul: Ein Storch lässt einen Buben und ein Mädchen auf die Erde nieder und so beginnt die Reise dieser beiden Menschenkinder durch das Leben. Kaum auf der Erde, da ist der Unterschied nur im Geschlecht. Im Sinne der Chancengleichheit stehen beiden alle Wege offen. Doch kaum öffnen sich die Augen beginnt der Geschlechterreigen. Eingekleidet hier in blau, dorten in rosa. Die Spielsachen hier auf Bubenstyle und dorten auf Mädchenstyle getrimmt. Hier Bauklötze, Spielauto; dorten Puppen, Puppenkleider, Glöckchen. Hier das Vorschulalter im Sandkasten mit Bauernhof und Zaun, mit Schafen und Spielzeugtraktor bei der Karottenernte; dorten im Sandkasten beim Familienspiel, mit Puppe und mit Körbchen voll von eingesammelten Karotten, mit denen das Baby gefüttert wird. Und dann geht es zur Schule. Hier wird kurz geschrieben, nachgedacht und schon sausen Papierflieger durch die Luft; dorten wird geschrieben und einfach brav die Schulbank gedrückt. Hier holt man sich die Aufmerksamkeit durch Auffallen; dorten holt sich frau die Aufmerksamkeit durch brav sein.Und so geht es fort bis die Menschenkinder die Ausbildung für den Beruf ruft. Hier KFZ-Mechaniker, Elektriker, Tischler,Maurer, Bauer, Maler & Lackierer, Heizungs und Sanitärinstallateur, Informatiker, Elektrotechniker, Anwalt, Arzt, Pilot, Bankdirektor, aber auch Berufe wie Friseur, Krankenpfleger, Verkäufer von Baustoffen und Sportgeräten; dorten Gesundheits – und Sozialberufe, wie Krankenschwester, Altenpflegerin, Lehrerin, Kindergärtnerin und klassische Mädchenberufe wie Friseurin, Verkäuferin, Sekretärin, die Traumberufe, wie Flugbegleiterin, Floristin, Arzthelferin, Zahnarzthelferin und Tankangestellte.
Beide wählen aus: typisch geschlechtsspezifisch mit in etwa gleich guten Schulabschlüssen. Doch dann teilen sich nicht nur die Wege, auch die Welten: Hier ergreift Mann eine Vielzahl von Berufen und im Vergleich beschränkt sich Frau auf einige Wenige. Dann kommen die Karriere und / oder die große Liebe, die Herausforderungen, Beruf, Geld, Haushalt, Familie und Kinder und es wird spannend. Wenn Sie wissen wollen, ob das moderne Leben wirklich blau und rosa ist, dann klicken Sie sich ein auf dem eLearning Portal der Autonomen Provinz Bozen –Südtirol unter www.copernicus.bz.it wo Sie das kick.off.gender eLearning Modul für innovative Information finden und gendern Sie sich! Wetten, dass Sie den kick.off.gender Test am Abschluss erfolgreich bestehen werden? Modalitäten zur Präsentation: Die Präsentation des eLearning Moduls “kick-off Gender” wird online stattfinden. Technische Voraussetzungen:
Internetverbindung und Flash Player-Programm. Das eLearning Modul “Kick-off Gender” wird auf der Copernicus Plattform www.copernicus.bz.it, im öffentlichen Bereich zu finden sein. Technisch- / logistische Hilfsmittel: Wenn möglich ein PC für die  WorkshopteilnehmerInnen, um eine direkte Übung zu ermöglichen. Ansonsten kann dieser praktische Teil auch wegfallen.
 

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